Galerie Claudia Simon
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Jochen Saueracker

ny - paris

18. Mai bis 16. Juni 07

In seiner zweiten Einzelausstellung in der Galerie Claudia Simon verleiht Jochen Saueracker dem Raum durch eine eigens für die Ausstellung hergestellte Tapete eine lebendige Struktur, die als Fluidum und Inszenierung eines expandierenden Prinzips die gesamte Wandfläche einnimmt. Wie bei seinen bereits bekannten Linolducken und Collagen geht es dem Künstler um die perspektivische Fluktuation vom Vereinzelten zum Universellen und umgekehrt. Das Ornament eines stilisierten kleinen Fisches multipliziert sich in der Anordnung auf der Fläche zu diagonalen und horizontalen Fluchten die sich in gleicher Weise auch als Kreismuster lesen lassen. Das stereotype Erscheinungsbild wird durch das Changieren der Grüntöne und die Ausrichtung der Fischlein im Detail gebrochen. So genügt nicht der entfernte Blick, um das Ungleiche zu ergründen. Der Raum wirkt wie "früher" als Tapeten noch üblich waren, wie eine behütende Umrahmung und birgt gleichermaßen das sinnliche Erlebnis der künstlerischen Aneignung. Jochen Sauerackers künstlerische Arbeit hat mit seiner Vorliebe für die auf das Einfache reduzierte Darstellung und mit feinem Gespür für Rhythmus, Form und Farbe eine neue, in die Fläche expandierende Erweiterung gefunden.

Gleichzeitig haben die jüngst entstandenen Linoldrucke des Künstlers an Komplexität und Farbreichtum gewonnen. Ausgangspunkt sind wie in seinen früheren Arbeiten die weltweit gesammelten seriellen Bilder, die sich auf Verpackungen finden lassen. Es sind zu meist fremdländische Motive, die er als collagierte Bildelemente neu zusammenfügt. Ungleiches wird vereint um assoziativ Gestalt anzunehmen. Wichtig erscheint die Feinstofflichkeit der Farben, die durch die Tiefenwirkung des gebrochenen Lichtes eigene sinnliche Strahlkraft besitzen. Die künstlerische Umsetzung löst das Motiv von seiner ehemaligen Zweckgebundenheit und evoziert eine individuelle Formulierung. In der Ver-dichtung entsteht etwas sinnlich-poetisches, etwas, das insbesondere durch den Rhythmus der Formen und Farben sowie durch geringfügige Abweichungen und Variationen im Druckbild spürbar wird. „Bilder verstecken und schützen sich, wie ein Tier in der Herde, ich versuche sie nicht zu erjagen, sondern sie zu einer neuen Weide zu führen.“ Jochen Saueracker
(Claudia Simon)