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![]() Ausstellung Werke Lebenslauf |
Meike Conrad Janssenmikro - makro08. Dez 2006 - 12. Jan 2007Charakteristisch für das Werk von Meike Conrad Janssen sind die zumeist großen Formate ihrer Bilder. In der Ausdehnung auf der Fläche entfalten sich die feinen, amorphen Strukturen der Farben zu großen immateriell geprägten Gefügen. So verweist der Titel der Ausstellung „mikro makro“ sowohl auf diesen komplexen Bildzusammenhang wie auf ihr künstlerisches Interesse an der Materialtechnik. Ihre Werke entstehen in einem aufwändigen Spachtel- und Schleifprozess, bei dem den physikalischen Gesetzen und deren stofflichen Verbindungen für die handwerkliche Umsetzung entscheidende Bedeutung zukommt. Ausgehend von einem thematischen oder abstrakten Motiv baut Meike C. Janssen ihre Werke in verschiedenen Farbschichten auf, um diese dann durch gezieltes Abtragen erneut hervortreten zu lassen. Durch die spezielle Bearbeitung unterschiedlicher Farbmaterialien entsteht eine in sich bewegte Fläche, welche Nähe und Tiefe, Ferne und Volumen als imaginäre Räumlichkeit spiegelt.
Was aber findet in den Bildern jenseits der Formalismen statt, die sich unschwer beschreiben lassen? Janssens Arbeitsweise beruht auf einem dynamischen Erkenntnisprozess, welcher von der handwerklichen Umsetzung ausgeht, um etwas flüchtiges, jenseits der Worte Befindliches, in einer visuellen Form zu bannen. So wie es Jasper Johns mit seiner berühmt gewordenen Bilderserie „Flag“ nicht darum ging die US-Flagge als Flagge, sondern die Erinnerung an einen geträumten Gegenstand darzustellen, so geht es der Künstlerin darum, eine innere Annäherung jenseits der vorgeformten Inhalte zu erschließen. Wichtig erscheint dabei die Auseinandersetzung mit den elementaren Grundstrukturen der Natur, hierfür sei beispielhaft das Bild „Regatta de Blance“ genannt. Die Darstellung eines Segelboots verschmilzt mit dem ihn umgebenden Bildraum und lässt für den Betrachter die atmosphärische Feinstofflichkeit der Luft dicht über dem Meer spürbar werden, welche nur dort existiert, wo der Himmel das Wasser berührt.
Die Bilder der Serie „Island“ offenbaren auf andere Weise die vielschichtigen thematischen Bezüge der Künstlerin. Zu sehen sind feine, vielfarbige Strukturen, die an Landkarten erinnern und von einer ebenso feingefügten blauen Fläche umgeben sind, die man als Meeresfläche imaginieren könnte. Der Betrachter bekommt unwillkürlich den Blickwinkel aus einem Satelliten in seiner Umlaufbahn geboten, um auf etwas weit in der Ferne Befindliches zu schauen. Meike C. Janssen geht es darum, Räumlichkeit optisch erfahrbar zu machen. Als Analogie zu den feinstofflichen Verbindungen, welche die Farben unter der sich entfaltenden Hitze beim Schleifen eingehen, um so zu einer dichten, fein polierten Oberfläche zu werden, möchte die Künstlerin die räumlichen Dimensionen des Mikro- und Makrokosmos spürbar werden lassen. Der Versuch, die Dichte des Raumes, die ihrem Wesen nach unsichtbar erscheint und dennoch alles durchdringt und in gleicher Weise unvorstellbare Ausmaße einnehmen kann oder nur in kleinsten Räumen existiert, bildlich werden zu lassen. Die handwerkliche Umsetzung ist für die Künstlerin eine Form der intensiven Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzbereiche der Wahrnehmung. Ein innerlich geführter Dialog, in dem der geneigte Betrachter eingeladen wird visuell teilzunehmen, ohne dass es dazu weiterer Worte bedarf.
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