Gabriele Horndasch
die großen maler und ihre werke
100 Zeichnungen
20. Mai bis 18. Juni 2005
Gabriele Horndasch studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Film und Bildhauerei (Meisterschülerin von Prof. Irmin Kamp) und lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Gabriele Horndaschs bisher bekannte Arbeiten umfassen als übergreifende Disziplinen Film- und Foto-installationen, die als integrativen Moment Installation, Skulptur und Bild im Werk vereinen. Zumeist handelt es sich dabei um serielle Arbeiten, die auf höchst unterschiedliche Weise Bild-erfahrungen dechiffrieren und als kognitive Erfahrung in den Raum treten.
Gabriele Horndaschs Ausstellung ist eine eindrucksvolle Zeitreise in die Kunstgeschichte. Zu sehen sind die Werke der modernen Kunst vom 15. bis zum 20. Jahrhundert und die jeweils in die Zeichnungen integrierten Portraits der Maler selbst. Die mit Buntstiften im Postkartenformat bedachtsam kopierten Gemälde eröffnen dem Betrachter das Bildnis der Frau durch die Jahrhunderte in der leitmotivisch gewählten Aktdarstellung. In den fein kolorierten Zeichnungen vermittelt sich im seriellen Nebeneinander die schöpferische Kraft der zitierten Bilder, begegnet man den Allegorien der verklärten Frauenbildnisse, dem klassizistischen Schönheitsideal, der barocken sinnlichen Fülle oder den expressiven Darstellungen der sich wandelnden Kunststile. In der entblößten Körper-lichkeit der Frau spiegelt sich gleichermaßen das unterschiedliche Schönheitsideal, die sich veränderde soziale Stellung der Frau und natürlich auch die keusch inszenierte, stilistisch ausgeblendete oder offen thematisierte sinnliche Erotik.
Der Künstlerin geht es dabei nicht vordergründig um eine akademische Betrachtungsweise, sondern um den vergleichenden Blick, der durch die serielle Wahrnehmung ermöglicht wird und an die Tradition der Sammelbilder anknüpft, wie sie zum Beispiel auch in Zigarrenkisten als Beilage zu finden waren.
Eine Intention ihrer vielschichtig lesbaren Arbeit ist die Sensibilisierung für das potentielle Sakrileg, welches in der Verkürzung der Bilderfahrung reproduzierter Kunstwerke liegt und so als abgespeichertes Allgemeingut in das Wissen über Bilder einfließt.
Gabriele Horndasch bringt den Künstler selbst als collagiertes Arrangement mit ins Bild ein. Ein sowohl respektvolles wie kunsthistorisch betrachtet vorgeblich ruchloses Unterfangen, da die hinlängliche Betrachtungsweise das Zeit überdauernde Œuvre über den Künstler stellt. Die Authentizität der Kunst – gebunden an die in ihrer Entstehung untrennbare Einheit von Werk, schöpferischem Geist, gesellschaftlichen Einflüssen und der Persönlichkeit des Malers selbst – wird hier bezogen auf „die Frage der Reflektion“. Perspektivisch verknüpft, eröffnet sich ein amüsanter und fiktiv geführter Dialog, in den sich der Betrachter unversehens eingebunden fühlt.
Die Zeichnungen sind jeweils in unterschiedlich großen, weiß ummantelten Zigarrenkisten gerahmt, welche die Arbeit optisch abgrenzen, den separierten Blick erlauben und im Zurücktreten die serielle Konzeption hervor-heben.
(Claudia Simon)
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