Galerie Claudia Simon
Einladungskarte der Ausstellung
 
Ausstellung
Werke
Lebenslauf

Dietmar Fecke

Zwei Zeichner

12. Mai - 10. Juni 2006

Wichtig ist Dietmar Fecke die figurative Darstellung und die intensive Beschäftigung mit der form-gebenden Linie und deren Korrespondenzen zur Fläche, die aus dem Weiß des Papieres hervortritt, um als Körper oder Raum sinnbildlich zu werden. Wie Leonardo da Vinci mit unveränderter Gültigkeit über das Zeichnen sinniert: „Die Linie kommt in der Natur nicht vor – sie ist geistiger Natur“ (freies Zitat).

Dietmar Fecke präsentiert in der Galerie zum zweiten Mal im größeren Rahmen seine neuen Arbeiten. Wie in seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie befassen sich seine Darstellungen mit dem Tier, als Protagonisten für undefinierte tierisch-menschliche Befindlichkeiten. Während in seinen früheren Zeichnungen dem Erzählerischen noch größere Bedeutung zukam, erscheinen jetzt die portraitierten Wesen konkretisiert und in ihrem eigenwilligen und verschrobenen Dasein mit größerer Vehemenz im Strich vorgetragen.
Dietmar Feckes Zeichnungen entstehen in einem sich automatisierenden Prozess, einer Abfolge von Sehen und Reagieren, indem eine Linie die andere sucht und erfindet. Sie gedeihen auf dem schmalen Grat zwischen Abstraktion und Figuration, als eine Gratwanderung, in der Dietmar Fecke seine Herausforderung findet. So gibt es in der Ausstellung auch einige Zeichnungen, die als rein abstrakte Darstellungen gelten können. Andere Blätter zeigen tierhafte, grotesk wirkende Gestalten, die in einer Bar am Tresen stehen. Mit ihren gebeugten Rücken, hängenden Schultern und schrulligen Visagen scheinen sie in einen Dialog vertieft. Von was da die Rede ist, lässt sich nur mutmaßen. Vielleicht geht es um den ewigen Diskurs, wie sehr der Mensch dem Tier verwandt und ob die tierische Natur dem menschlichen Sein im Wege steht oder doch eher umgekehrt – all dies bleibt letzlich Spekulation.
In der zeichnerischen Version von Dietmar Fecke jedenfalls haben die Kreaturen auf obskure Weise eine innere Annäherung vollzogen, die Mensch und Tier in ihrem Wesen vereint.

(Claudia Simon)